Frieden

Nach unserer turbulenten Frühjahrsphase nahmen wir uns Zeit zur Reflektion. Und als wir uns ehrlich gegenseitig hinterfragten, spiegelten und herausforderten, wurde klarer, dass wir uns übernommen hatten. Nicht absichtlich. Auf dem Missionsfeld kommt schnell einmal eins aufs andere und dann noch etwas obendrauf und dann, manchmal, eben noch etwas mehr dazu. Wir fühlten uns am Limit angekommen. Nicht nur von unserer Kapazität, unserer Energie, auch von unseren Fähigkeiten und unserer Reife her. Wir stellten uns den schwierigen Fragen, wie können wir dies vermeiden, was besser machen, wie wachsen, was verändern? Doch viele Diskussionen und Gebete später kamen wir zu der Erkenntnis, dass es genug war. Es schien als hätten wir alles getan und gemacht, aus bestem Wissen und Gewissen, immer wieder auf Gott schauend, und sind nun an unseren Grenzen angekommen. Beide empfanden wir dies so und spürten zum ersten Mal Frieden darüber, ein neues Kapitel zu starten.

Somit möchten wir euch offiziell darüber informieren, dass wir unseren Arbeitsvertrag mit PMA auf Ende November, schweren Herzens gekündigt haben. Es gab viele Gründe dafür, oben genannter ist nur einer davon. Da kommen auch noch familiäre Gründe hinzu, als auch persönliche Gründe. Es ist uns ein grosses Anliegen auf allfällige Fragen ehrlich und persönlich einzugehen, darum, bitte zögert nicht uns anzusprechen, wenn ihr gerne mehr über diesen einschneidenden Entscheid wissen wollt.

PMA Schweiz wird uns noch weiterhin bis Ende Februar 2020 anstellen. Somit läuft unser Lohn bis dann noch weiter, und alles was einbezahlt wird, wird uns bis dann zugutekommen. Doch März ist nicht mehr weit entfernt. Wie geht es danach weiter?

Wir sind Gott enorm dankbar für den neuen Weg, den wir mit Ihm zusammen einschlagen dürfen und können echt nur staunen, wie fürsorglich und treu Er uns leitet. Nach unserer Kündigung mit PMA, nahmen wir Kontakt zu MAF (Mission Aviation Fellowship) Schweiz auf. Noch lag Mission auf unserem Herzen. MAF ist eine weitaus grössere Organisation und wir erhofften uns, eventuell einen Platz mit ihnen, auf einer grösseren Missionsstation, mit mehreren Familien, zu finden. Nach dem offiziellen Vorstellungsgespräch mit MAF Schweiz, haben sie uns nicht nur akzeptiert, sondern auch eine Anstellung auf Anfangs März zugesagt. Halleluja! Wir hätten uns nicht mehr erträumen können.

Somit werden wir auf den März nahtlos von PMA zu MAF wechseln. Der Prozess mit MAF wird sich dann höchstwahrscheinlich bis in den Sommer 2020 ziehen und wird noch einige wichtige Entscheidungen mit sich bringen. Zum Beispiel müssen dann auch MAF International bzw. MAF US uns akzeptieren, damit ein Weg aufs Missionsfeld möglich ist, da MAF Schweiz uns an eine der beiden Stellen weitervermitteln wird. Auch ein Psychologisches Examen steht unter anderem noch an. Es erwarten uns also noch einige Meilensteine. Wir freuen uns riesig auf diesen neuen Prozess und sind gespannt wo Gott uns hinführt. In der Zwischenzeit dürfen und sollen wir uns Zeit zur Reflektion, Verarbeitung, zum Auftanken, Weiterbilden und Vorbereiten nehmen. Es ist wirklich ein grosser Segen, den uns da MAF Schweiz ermöglicht.

Wir danken euch von Herzen für eure treue Unterstützung über die bald fünf Jahre mit PMA – ja, echt! Fünf Jahre sind es bald schon! Eine lange Zeit und wir danken euch und Gott, hat es uns über die Jahre nie an etwas gemangelt. Wir sind dankbar für die Zeit mit PMA und würden nichts davon missen wollen. Es war und ist ein Privileg und wir wollen nichts als selbstverständlich erachten. Wir möchten auch nicht automatisch erwarten oder annehmen, dass ihr uns in dem nächsten Kapitel weiterbegleitet. Umstände ändern sich, so wie bei uns jetzt. Bitte, fühlt euch frei in eurer Entscheidung, ob ihr uns weiterhin oder ganz neu in dem nächsten Kapitel mit MAF begleiten bzw. unterstützen möchtet. Unser Wunsch wäre es mit MAF in Afrika zu dienen, doch möchten wir für alles offenbleiben. Wir werden euch weiterhin auf dem Laufenden halten und versuchen so aktuell wie es geht über die weiteren Entwicklungen informieren. Und nochmals, bitte fühlt euch frei uns bei Fragen persönlich zu kontaktieren. Vielen Dank für euer Interesse!

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Die Klassens.

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Anders als Erwartet

Nach der super intensiven Ankunftszeit durften wir langsam, langsam zur Ruhe kommen. Es war auch bitternötig. Unser Volontär verglich die stressige Zeit, zu Krabben, welche lebendig im Wasser langsam gekocht werden und die steigende Hitze nicht bemerken. Manchmal fällt einem erst im Nachhinein auf, wie verrückt eine Zeit war.

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Somit gaben wir im Mai kurzfristig Urlaub ein. Als fünfköpfige Familie kommt man nicht günstig von Palau weg und wenn man schon im Inselparadies lebt, muss man ja auch nicht 😉. Eine Woche Inselurlaub auf Palau. Mal was anderes, die Insel als Tourist zu entdecken. Schön wars und gut tats. Und grad noch rechtzeitig, bevor unser Volontär Stephen, für drei Monate zurück in die Staaten abreiste. Nun ist Markus der einzige Pilot hier.

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Hangar im Hintergrund

Beim Hangar geht’s voran. Der Rohbau steht, die Hangar Tür ist in der Abschlussphase, der Sicherheitszaun zum Flughafen wird gezogen, das Abwassersystem angelegt, der Parkplatz, die Hangar Zufahrt für die Flugzeuge und der Innenausbau werden langsam angepackt. Gar nicht einfach mitten im Grossbau einen aktiven Flugdienst zu tätigen. Aber imposant zu zuschauen, wie dieses riesige Projekt täglich mehr zusammenkommt.

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Die Jungen Erwachsenen Gruppe explodiert in der Teilnehmerzahl. Anfangs Sommer waren wir öfters mal weniger als eine Hand voll und nun schauen wieder über ein Dutzend Leute bei uns Freitags rein. Doch egal wie viele kommen, unser Herz steckt drin und wir fühlen uns stets gesegnet, und auch gleich einige Jahre jünger 😉. Haha. Unsere Freizeit wurde grosszügig in Regen getränkt. Von Anbeginn bis zum Schluss wollte sich keine Sonne zeigen. Höchst untypisch für Palau. Aber die Gruppe trotzte den Wolken und wir genossen eine etwas andere Freizeit.

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Wir sind Gott super dankbar für unsere Ehe, welche durch all die aufs und abs an Schönheit und Stärke gewinnt. Auch unsere Kinder bereiten uns viel Freude und fordern uns mehr und mehr heraus, als gute Vorbilder vorzuleben, was wir predigen. Gar nicht einfach 24/7. Doch ist es genau Zuhause, wo wir unsere erste Verantwortung, unseren grössten Impact wahrnehmen. Unsere Kinder sind unser Erbe. Die Balance zwischen Dienst und Erziehung zu halten ist eine Herausforderung an sich. Und ich bin als Mami wirklich gesegnet, darf ich ihnen 24/7 zur Hilfe stehen.

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Zweiter „Joint Young Adults Fellowship“ mit der Alliance Church.

Manchmal kommt es im Leben einfach anders als erwartet. Kleine Kinder machen den Rhythmus der Erwachsenen einfach nicht mit, der Urlaub kommt überraschend spontan ohne viel Planung, die Flugverantwortung und so viele andere Verantwortungen finden sich plötzlich auf alleinige oder noch wenigeren Schultern wieder, der Hangar lässt sich Zeit mit seiner Fertigstellung, die Jungen Erwachsenen sind mal mehr, mal weniger in ihrer Anzahl, die Sonne wollte sich einfach nicht blicken lassen während unserer geplanten Freizeit und unser Heim durchlebt eine Herausforderung, ein Wechsel, eine Krankheit nach der andern.

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Glauben wir in all diesen Situationen an einen gleichbleibenden, souveränen, liebenden Gott, der wirklich nur das Beste für uns im Sinn hat? Egal was kommt, es ändert nichts an Ihm – Er bleibt wer Er ist, aber hoffentlich ändert es vieles an uns – das wir wachsen und mehr verwurzelt werden in Ihm. Während turbulenten Zeiten sehen wir uns konfrontiert mit unserem Glauben. Halten wir fest an Gott, auch ohne alle Antworten zu haben und den Sinn in allem zu erkennen, oder klagen wir an, zweifeln und ärgern uns über Dinge, welche nicht in unseren Händen liegen?

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Frieden kommt im Vertrauen. Und Frieden führt zur wahren Zufriedenheit. Zufriedenheit ungeachtet der Umstände. Wie sonst kann dieses Prinzip besser gelernt werden, als wenn alles anders kommt als erwartet? Das Missionarsleben steckt wirklich voller unerwarteter Geschehnisse und es sind genau diese, welche uns nahe zu Gott drängen sollten. Wie kann ich da nicht dankbar sein dafür, wenn alles anders als erwartet kommt?

“Betrachtet es als besonderen Grund zur Freude,
wenn euer Glaube immer wieder hart auf die Probe gestellt wird.
Ihr wisst doch, dass er durch solche Bewährungsproben fest und unerschütterlich wird. Diese Standhaftigkeit soll in eurem ganzen Leben ihre Wirkung entfalten,
damit ihr in jeder Beziehung zu reifen und tadellosen Christen werdet,
denen es an nichts mehr fehlt.“
Jakobus 1:2-4

Kinderlein, Kinderlein

Wo soll ich nur beginnen? Es läuft zurzeit so vieles gleichzeitig, dass ich mich manchmal dabei ertappe, wie ich wie ein verwirrtes Huhn umherirre und in jeder Ecke was Neues zu tun entdecke. Wenn ich zum Beispiel Nudeln koche, MUSS ich einen Wecker stellen, oder ich werde 100%ig erst wieder an sie denken, wenn die ganze Wohnung nach Verbranntem riecht.

Yep, drei Kinder sind definitiv eins mehr als zwei – die Rechnung geht auf. Meine Zeit ist beschränkter und ich muss wirklich weise sein, wie ich meinen Tag plane und meine Prioritäten setze. Wäsche scheint ein Dauerbesucher im Heim und macht sich je länger je breiter. Und auch Einkaufen, Kochen und Abwaschen sind Teil vom täglichen Zyklus. Der Alltag ist ausgefüllt. Und abends brechen wir im Bett erschöpft zusammen.

So anstrengend diese Phase doch ist, so ist sie äusserst kurzlebig und ich möchte oft und ständig innehalten, um jeden einzelnen meiner temporären kleinen Menschlein einen schmatzenden Kuss und einen festen Drücker zu verpassen. Das Alter ist einfach unglaublich süss. Letzten Sonntag kamen wir endlich dazu, den Jungs eine Geburtstagsparty zu schmeissen (Tahi wurde 5 und Airo 3!). Mit 17 Kindern und 12 Erwachsenen war echt was los. Eine schöne Erinnerung!

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Die Verantwortung für die Jungen Erwachsenen Bibelgruppe, die Vorbereitung und Durchführung dafür und andere kirchliche Aktivitäten, sind natürlich ebenfalls fixer Bestandteil unserer wöchentlichen Routine. Momentan steht auch die Planung für die Freizeit im März an, worauf wir uns schon besonders freuen. Es geht ab auf eine einsame Insel für eine Nacht. Haha, genau, von einer einsamen Insel zu einer noch einsameren Insel 😉.

Übrigens sind wir Ende Januar umgezogen. Unsere neue Wohnung ist gleich um die Ecke von unserer alten Wohnung und obwohl wir noch mitten unter Boxen und Kartons leben, fühlen wir uns pudelwohl und lieben es hier. Die Kinder haben Platz draussen zu spielen, wir hören wieder das Vogelgezwitscher, Zulu – unser Hund – tobt sich mit neuen Spielkameraden aus und wir geniessen es ebenfalls, uns etwas die Beine vertreten zu können so gleich vor der Haustür. Jetzt geht es Stück für Stück ans Einrichten.

Markus wird an noch mehr Fronten gefordert. Er muss nicht nur die ganzen Verantwortungen des Flugdienstes jonglieren, sondern wird auch vom Hangarbau eingenommen. Dazu kommt noch die Familie – wir halten ihn auch auf Trab 😉, wöchentliches Mentoring und die Vorbereitung dafür, Arbeiten rund ums Haus, Sitzungen, Bibelgruppe auf Angaur und immer wieder spontan sein für medizinische Notfallflüge. Für zwei Wochen greifen uns Rob und Bud, zwei Volontäre aus den Staaten, beim Hangar unter die Arme. Gefolgt von drei weiteren Volontären.

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Letzten Monat kam auch Amos noch spontan vorbei, um Markus auf dem zweimotorigen Flieger auszuchecken. Mit minimaler Vorbereitung und einem knappen Zeitrahmen, hat er doch mit Bravour bestanden und darf nun die 10-sitzige, zweimotorige Islander fliegen. Gerade rechtzeitig fertig geworden für das chinesische Neujahr, welches alljährlich einen Schwall Touristen nach Palau spült. Dazu kam noch eine Spezialanfrage für ein Skydive für eine Fernsehserie. Auch die Flüge nach Angaur nehmen zurzeit zu. Erst wegen dem vorbeiziehenden Taifun und jetzt wegen den starken Winden, welche das Meer aufwirbeln.

Ich denke, ich habe jetzt so ziemlich alles Grössere erwähnt, was diese ersten zwei Monate des neuen Jahres gelaufen ist. Wir sind dankbar, hat alles gut geklappt. Mit viel Hilfe von Freunden, die uns besonders mit den Kindern, dem Putzen, dem Tragen und Fahren geholfen hatten, konnten wir im letzten Monat einiges erledigen. Dieses Jahr hat echt mit einem Knall angefangen und wir sind gespannt was es noch alles mit sich bringt…

Noel

Und einmal mehr haben wir bald erfolgreich die Sonne umrundet. Jeder Tag ein Geschenk mit Potenzial und Möglichkeiten. An manchen Tagen kriegt man die Kurve einfach nicht gekratzt, trotz allem Effort und an anderen Tagen dürfen wir einander mühelos geniessen. Doch egal welcher Tag uns erwartet, als Christen dürfen wir eins wissen: Alles dient uns zum Besten. Und genauso wie meine Kinder es oft für ungerecht und schlecht halten, dass ich ihnen nicht die ganze Zeit Süsses gebe und unlimitierten Handy Zugang, so ist es zu ihrem Besten. Die Ansicht teilen sie momentan noch nicht und wohl noch eine ganze Weile nicht, aber iiiiirgendwann werden sie es mir hoffentlich verdanken. Gott muss bestimmt einiges mehr an Geduld aufbringen mit uns.

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In der Bibel sind unzählige Geschichten, die von seiner Geduld zeugen. 18 Jahre lang blieben die Israeliten stur unter der Herrschaft von Eglon bevor sie sich Gott zuwendeten. 20 Jahre lang ertrugen sie die Herrschaft Jabins bevor sie nach Gott ruften. 7 Jahre leideten sie unter Midian bevor sie zu Gott umkehrten. Und was tat Gott, als die Menschen sich Ihm zuwandten? Er erhörte. Er half. Er rettete. Voraussetzung dafür war eine demütige Haltung. Und können wir Eltern dies nicht allzu gut nachvollziehen? Ein trotziges „Sorry!“ erwirkt nicht die gleiche Reaktion, wie ein ehrliches „Es tut mir leid!“.

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Die Gute Nachricht – Das Evangelium – besteht in der Essenz darin, dass Gott uns so sehr liebte, dass Er Seinen geliebten Sohn für uns hergab – und der Sohn sein eigenes Leben freiwillig für uns hingab – noch bevor irgendjemand von uns weder ein „Sorry!“ noch ein „Es tut mir leid!“ äusserte. So dass, wer auch immer sich umdreht zu Gott, erhört wird, geholfen wird, errettet wird. Das ist Weihnachten. Gott mit uns. Gott für uns.

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All diese Krankheiten und Herausforderungen, welche das Leben hier mit sich bringt, demütigen uns ungemein und wir wissen, dass ohne Gottes Gnade wir nichts Grossartiges zustande bringen werden. Und nur aus dieser Gnade heraus können wir tun, was wir tun. Also setzen wir all unser Vertrauen auf Ihn. Vertrauen, dass Er uns trotz unseren Schwächen und Fehlern durchträgt, weiterbringt, wachsen lässt und hoffentlich auch gebraucht. In diesem Sinne, hier ein paar unserer Highlights der letzten paar Monate:

  • Wir lieben die Jungen Erwachsenen und die Zeit mit ihnen, welche wir zusammen wöchentlich in der Bibelgruppe verbringen. Auch dieses Jahr tobten wir Mädels uns in der Küche beim Kekse backen aus, während die Männer draussen grillierten und die Kinder mit neuen Freunden spielten. Dieses Jahr arrangierten wir unser erstes Treffen mit Jungen Erwachsenen einer gleichgesinnten Kirche. Es war ein toller Abend mit leckerem Essen, lustigen Spielen, lauten Anbetungszeit und viel Gelächter.

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  • Das Hangar Projekt kommt voran und befindet sich im Endspurt. Der Temporäre Hangar wurde demontiert und zum Hangar hinübergezügelt. Das Dach und die Wände sind fast fertig. Das Aviation Team unterstützt zurzeit fleissig den Bau, zum Beispiel mit dem Installieren der Türen.img_3218
  • Das Aviation Team macht Spass und wir sind dankbar für eine super Atmosphäre, gute Zusammenarbeit und tolle Leute. Momentan haben wir zwei lokale Mitarbeiter.

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  • Unsere gemeinsame Familienzeit besonders am Wochenende ist stets ein Highlight für sich. Unsere Jungs sind immer mehr im Alter, wo sie sich gut selbst miteinander beschäftigen und schön zusammenspielen können – und ja, sie können sich auch ganz gut gegenseitig ärgern, was aber weniger zu den Highlights zählt 😉.

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  • Tahi durfte ganz spontan für zwei Wochen in den Kindergarten vor Weihnachten, und konnte jetzt offiziell im Januar anfangen. Auch konnte er bei der Weihnachtsfeier dabei sein und mitsingen. In der Kirche hatte er seine erste Aufführung, wo er uns alle mit seiner Tanzeinlage beeindruckte. Letzten Sonntag feierten wir fünf Jahre Tahi! Was für ein Segen.

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  • Airo quatscht schon wie ein Grosser. Besonders das „R“ rollt er zurzeit gerne und zaubert mit seinem „Frrrrrrischkäse“ stets ein Schmunzeln in unser Gesicht. Er will auch gerne in den Kindergarten, muss aber erst noch die Windel loswerden. Nächste Woche ist er mit Geburtstag feiern dran. Drei Jahre Airo!

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  • Sky ist unser kleiner Stern. Ständig erhaschen wir ein süsses Lächeln von ihr. Zufrieden beschäftigt sie sich allein oder lässt sich von ihren Brüdern unterhalten. Auch schön zu wissen, dass wir solche Babys produzieren können 😉. Haha. Sie schläft sogar seelenruhig beim Spielen ein. Einfach Zucker!

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Wir schauen wieder auf ein ereignisreiches Jahr zurück und sind Gott dankbar, dürfen wir einander und Ihm näherkommen. Durch alle Zeiten hindurch spüren wir, wie Gott uns trägt und zur rechten Zeit alles zusammenkommen lässt. Wir dürfen Ihm vertrauen und sind gespannt darauf, was Er für uns im Jahr 2019 alles bereithält. Danke seid ihr weiterhin mit dabei. Wir wünschen euch von Herzen ein gesegnetes neues Jahr!

Gott mit euch, die Klassens.

Hürden

Manchmal läuft das Leben nicht rund. Ziemlich oft sogar. Und wenn es dir so geht wie mir, dann ziehen einem diese Momente manchmal ganz schön schnell den Teppich unter den Füssen weg. Seit unserer Ankunft auf Palau im September, ist von uns Non-stopp jemand krank. Das ist ermüdend und zerrt an den Nerven. Solche Phasen legen nicht nur die Nerven blank, sondern auch die unschönen und noch nicht geheiligten Seiten an einem Menschen. Und davon, habe ich entdeckt, stecken noch einige in mir.

Die menschliche Natur neigt dann natürlicherweise zur Frustration und abwechselnd suche ich die Schuld bei andern (mit Vorliebe Mann und Kinder, weil die gerade da sind), dann wieder bei mir („Hach, noch immer nicht gelernt vernünftig zu leiden…“), und dann wieder bei den Umständen (Hättedetätte…). Ein grosser Fehler liegt, denke ich, in der Angehens Weise. Ich erwarte oft, dass das Leben ein einfacher 400m Lauf ist. Einmal um den Kreis herum und fertig. Klar und geradlinig. Und dann steh ich völlig schockiert immer wieder vor einer Hürde und verstehe nicht, dass das Leben KEIN 400m Lauf ist, sondern ein Hürdenlauf. Und anstatt aus allen Wolken zu fallen, sobald eine Hürde auftaucht, sollte ich echt langsam verstehen, dass dies nun mal ein Hürdenlauf ist und mein Ziel es sein sollte, nicht galant drum herumzutänzeln, sondern die Hürden mutig und unerschrocken, fokussiert und voller Willenskraft zu bewältigen.

Korinther 9:25-27
Jeder, der an einem Wettkampf teilnehmen will, unterwirft sich einer strengen Disziplin. Die Athleten tun es für einen Siegeskranz, der bald wieder verwelkt. Unser Siegeskranz hingegen ist unvergänglich. Für mich gibt es daher nur eins: Ich laufe wie ein Läufer, der das Ziel nicht aus den Augen verliert, und kämpfe wie ein Boxer, dessen Schläge nicht ins Leere gehen. Ich führe einen harten Kampf gegen mich selbst, als wäre mein Körper ein Sklave, dem ich meinen Willen aufzwinge. Denn ich möchte nicht anderen predigen und dann als einer dastehen, der sich selbst nicht an das hält, was er sagt.

Disziplin ist das Stichwort hier. Ohne Disziplin kommt man nicht ans Ziel im Normalfall. Und Disziplin ist bei mir so ziemlich das erste, was flöten geht, sobald ich aus der Routine raus bin. Krankheiten und Reisen sind die absoluten Routinekiller und von beiden hatten wir eine ordentliche Portion die letzten Monate. Wie gewinnt man jetzt die Disziplin zurück? Kreiert wieder neu Routine? Der Anlauf ist doch immer das Schwerste. Doch jegliches Hinausschieben bringt nur Schaden. Denn, ich bin nicht derselbe Mensch. Ob ich meine Zeiten mit Gott pflege, ist nicht einfach eine nette Übung, die mir guttut, sondern ist Atmen – Lebensnotwendig!

Und besonders, wenn es einen Hürdenlauf zu bewältigen gilt. Wir brauchen die Zeiten mit Gott. Nicht einfach nur eine religiöse Übung, sondern eine lebendige, innige Beziehung. Es ändert ALLES! Und bei fehlender Disziplin, warnt uns Paulus in der oben erwähnten Stelle davor, dass man schnell als Heuchler dastehen kann. Weil, sehen wir der Tatsache ins Gesicht, den Hürdenlauf rennen, können wir nur durch Gottes Gnade, aus eigener Kraft geht es nicht und was wir in Gnade starteten, müssen wir in Gnade vollenden. Und dazu gehört die Disziplin, sich täglich neu Gott anzuvertrauen. Nicht als religiöse Übung, sondern aus tiefster Überzeugung, dass Gott und NUR Gott tun kann, was wir selbst nicht können: Das Beste aus uns machen!

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Paradies

Unsere Zeit in der Heimat war einfach schön! Wir konnten uns wahrhaftig entspannen, erholen und einander so richtig geniessen. Besonderen Dank an unsere Eltern, für ihre grosszügige Gastfreundschaft, ihre selbstlose Fürsorge und ihre liebevolle Hilfe. Auch möchten wir uns bei jedem bedanken, der unseren Aufenthalt mitgeprägt hat. Wir haben jedes Treffen, jedes gemeinsame Essen, jeden Besuch, jedes Gespräch aufgesogen und geschätzt. Einige von euch haben einen langen Weg auf sich genommen, um uns zu sehen. Andere haben sich extra Zeit in ihrem stressigen und vollen Alltag reingeplant. Wir schätzen das sehr. Danke euch allen! Es war wirklich eine wundervolle Zeit mit euch.

20180801_165716Wir hätten euch alle gerne getroffen, leider hat es nicht mit allen geklappt. Und am liebsten hätten wir euch alle mehrmals gesehen, aber auch dafür hat es nicht mit allen gereicht. Ihr seid alle willkommen den weiten Weg über die halbe Erdkugel zu machen und uns zu besuchen. Es hat Platz solange es Platz hat 😉.

IMG-20180604-WA0002So ein Heimataufenthalt ist nicht ohne. Zwar fanden wir wirklich genug Zeit zum Entspannen und Geniessen. Doch fielen auch einige Dinge an, die einiges an Zeit konsumierten. Wie zum Beispiel all die Doktorbesuche. Tahi´s Blinddarmentzündung war echt ein Schock, aber gleichzeitig auch ein Zeugnis für Gottes wundervolle Fürsorge. Alles hat super geklappt und unser Sohn hat die beste Pflege und Hilfe gekriegt, die wir uns hätten Wünschen können. Auch die Geburt hat ihren Teil an Untersuchungen und Terminen mitgebracht. Die ganze Geburt verlief unkompliziert, wofür wir einmal mehr dankbar sind. Nur am Schluss blieb dann offen, ob ich eine Ausschabung nötig habe oder nicht. Das muss sich jetzt noch abklären. Markus und Airo hatten eine Angina zu bekämpfen. Airo und Tahi hatten nach einigen Terminen beim Dermatologen endlich die richtige Medizin für ihren Ausschlag gekriegt und nach unglaublichen 6 Monaten Kampf sind wir ihn dann endlich losgeworden. Alles in allem waren wir dankbar für gute Ärzte, richtige Diagnosen und Medikamente, perfektes Timing und Gottes Hand über uns.

20180524_102802.jpgWas gehört sonst noch so in einen Heimataufenthalt nebst Entspannen und Arztterminen? Der Passantrag für Sky war noch ein rechter Aufwand rechtzeitig hinzukriegen, Dankeskarten zu kreieren ist Standardprogramm für Missionare, die Korrespondenz mit der Versicherung hat auch Zeit eingenommen, viiiiiele Menschen treffen und ihnen die Liebe, die man für sie empfindet, in kurzer Zeit versuchen spüren zu lassen, die ganze Korrespondenz, Planung und Vorbereitung die mit so vielen Treffen einhergehen, Jetlag verarbeiten, Kinder langsam und mit viel Sensibilität an all das Neue und Überwältigende heranführen, Einkaufen für die drei folgenden Jahre auf dem Feld, Einkaufen nach Mitbringsel und Geschenken, Markus machte noch eine Weiterbildung in Amerika und ist jetzt erlaubt die Jahresnachprüfung abzuschreiben, Interviews geben, und viel Reflektieren gehört natürlich auch dazu.

20180607_165039Tahi und Airo haben den Jetlag echt gut mitgemacht. Doch waren sie wirklich überwältigt. Unsere Kirche in der Schweiz, ICF Zürich, hat sich bei ihnen als „Luuti Chile“ (laute Kirche) eingeprägt. In Deutschland dachte Tahi wohl, dass die ganze Nachbarschaft mit uns befreundet ist, weil er bei praktisch jedem Haus sagte, dass er rein will, zu Besuch (muss man aber auch anmerken, dass wir dort echt viele Menschen in der Nachbarschaft kennen). Airo hat sich auf Palau noch mit aller Kraft dagegen gewehrt Schuhe zu tragen, aber hat dann in Europa deren Sinn ziemlich schnell eingesehen. Tahi hat gelernt Laufrad zu fahren. Sein Cousin Joshi und die Gehwege überall haben da viel geholfen (auf Palau kann er nur auf unserer Terrasse rumfahren). Airo hat gelernt Leute um den Finger zu wickeln, um an Schokolade dranzukommen. Beide Jungs haben enorme Fortschritte in der Kommunikation gemacht.

IMG_1951Ja und die kleine Sky hat unseren ganz verrückten Alltag in der Heimat echt super mitgemacht. Die Nächte waren etwas kurz und unruhig dafür (sobald wir hier auf Palau waren und etwas mehr Routine hatten, schlief sie die Nacht gleich durch). Nach vier Stunden Geburt war sie da. Heil, kerngesund, mit gutem Gewicht (3820g) und aufmerksamen Augen. Sie hat uns ganz in ihrem Bann und ist für mich etwas vom Schönsten, was ich auf dieser Erde sehen darf. Es war für mich eine ganz besondere Anfangszeit und die vielen extra Hände im Haus haben es mir ermöglicht, mein Baby so richtig zu geniessen.

20180801_124601.jpgEs ist interessant zu sehen, dass Deutschland und die Schweiz, für viele hier auf Palau das „Paradies“ ist, während in der Heimat die Reaktion zu den Bildern von Palau ebenfalls Worte wie „Wow, paradiesisch!“  hervorruft. Wir fühlen uns gesegnet unser Zuhause in zwei Paradiesen zu haben. Aber am meisten möchten wir uns daran freuen, dass unser ultimatives Zuhause im perfektesten Paradies überhaupt ist; bei Gott. Danke seid ihr nach bald schon vier Jahren noch immer mit uns unterwegs. Wir lieben und vermissen euch!

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Tick Tack

Noch zwei Wochen bis zu unserer Abreise. Die Spannung steigt. Wir werden versuchen euch über unsere Pläne durch Facebook und den Blog informiert zu halten. Unsere Ankunft wird am 11. Mai in Frankfurt sein. Hier eine kleine Timeline (mit Vorbehalt zur Änderung):

–          11.Mai: Ankunft Schloss-Holte

–          16.Mai: Ankunft Schweiz

–          7.Juni: Zurück nach Schloss-Holte

–          18.Juli: Geburtstermin

–          Ende Juli: Zurück in die Schweiz

–          Anfang September: Rückkehr nach Schloss-Holte und Abflug am 11.September von Frankfurt.

Falls ihr eine Möglichkeit für uns habt über den Dienst von uns und PMA in einer kleinen oder grossen Runde zu berichten, lasst es uns bitte frühmöglichst wissen. Wir möchten uns echt gerne dafür Zeit nehmen solange unser Zeitplan dies zulässt.

Ansonsten freuen wir uns alle riesig auf den Flug zurück in die Heimat. Die Jungs fragen fast jeden Tag, ob wir denn heute fliegen. Wir können es kaum erwarten. Bis schon bald, die Klassens.